Gestern morgen ging es also wirklich los. 0730 ab Tegel mit einem Airbus 319 nach Madrid. Der Abschied am Flughafen fiel mir dann doch schwerer als erwartet, da wird einem dann erst wirklich klar, dass man sich ein halbes Jahr auf ganz neue Verhältnisse einlässt. Zudem wurde das ganze dann noch rüde unterbrochen mit dem Hinweis man habe leider keine Zeit mehr für eine Zigarette, man solle doch bitte direkt einchecken. Schon auf dem Flughafen habe ich die erste Kollegin getroffen und mir mit ihr bis Santo Domingo eine Sitzreihe geteilt. Der Flug nach Madrid war wie zu erwarten kurz und angenehm. Besondere Freude hat es mir bereitet zu sehen, dass zumindest Deutschland zum Abschied nochmal gutes Wetter bekommen hat. Vielleicht erleichtert das den LIeben zuhause noch ein wenig meine Ungreifbarkeit. Negativ überrascht hat mich, dass eine schöne Landung von den Passagieren nicht mehr gewürdigt wird. Ich fand es immer toll wenn alle klatschten um sich für die Wahrung ihrer Gesundheit zu bedanken. Madrid war dann schon ein Vorgeschmack auf das was uns in Santo Domingo erwartet hat. Auch auf einem internationalen Flughafen sind Englischkenntnisse zwar vorhanden werden aber nur mit spanischen (Schimpf?) Worten kombiniert zu unverständlichen Botschaften. Hat also ne ganze Weile gedauert bis klar war, dass ich mit dem kleinen weißen Zug von Terminal 4 A-G zu Terminal 4 R-U fahren sollte. Der Flughafen ist ganz neu gebaut und erstreckt sich über ein riesiges Areal. Nachdem der Aufenthalt dort aber leider fast 4 Stunden betrug war Eile nun sowieso nicht gegeben. Den Aufenthalt damit überbrückend, festzustellen, dass Duty Free nicht zwangsläufig billig heißt war ich doch froh als unser Flug endlich zum Boarding bereit war. Der Airbus 340 sah weder von Außen noch von Innen sonderlich vertrauenserweckend aus, der Flug war aber alles in Allem trotzdem sehr gut. Besonders amüsant war, dass wohl eine Dominikanische großfamilie den Jet für einen Ausflug gekapert hat. Jedenfalls waren von 260 Passagieren bestimmt 100 Dominikaner die sich alle untereinander kannten und den kompletten Flug eine Party gefeiert haben. Viel Rum Cola und tobende Kinder inklusive. Ich habe dann gemacht was man halt auf nem neun stündigen Flug macht, gegessen, getrunken, schlechte Filme geschaut geschlafen und so weiter. Die Landung in Santo Domingo war wiederum sehr professionell, diesmal wurde selbstverständlich ausgiebig geklatscht und dann die ganze Meute in die Freiheit entlassen. Nach dem Erwerb einer Tourist Card die man umgehend auch wieder abgeben muss um seinen Stempel zu bekommen, der Kofferausgabe und nem Irrweg durch den eigentlich gar nicht so großen Flughafen kamen wir in eine Empfangshalle die geseckt voll war mit wartenden Einheimischen die laut schreiend Ihre Verwandschaft begrüßt haben laut karibische Musik gehört haben und auch sonst viel Spaß hatten. Vor dem Flughafengebäude wartete außer unserem Shuttle Fahrer der uns zum Hotel bringen sollte vor allem eines auf uns. Drückende Schwüle. nach 17 Stunden in voll klimatisierten Räumen und Flugzeugen war die Wärme und Luftfeuchtigkeit wie ein Schlag ins Gesicht. Wir haben schon im Flugzeug gesehen, dass es draußen dunkel ist und die Temperatur noch 27°C betragen soll. Das herrliche Missmanagemet das uns auf der Insel seitdem auf Schritt und Tritt begleitet führte dann erstmal dazu, dass wir fast eine Stunde vor dem Flughafen auf weitere Crew Mitglieder warteten bis jemand raus gefunden hat, dass diese mit einer ganz anderen Maschine 2 stunden später ankommen. So ziemlich mit allem rechnend wurden wir dann doch schon früher zum Hotel gebracht. Hier wurden wir dann erstmal positiv überrascht. Statt einer Absteige erwartete uns ein Tourstenhotel mit allem erdenklichen Komfort. Zwar lief natürlich auch hier nicht alles reibungslos was zum Beispiel beinhaltete, dass zwar jeder von uns ein Doppelzimmer als Einzelzimmer bekam, besagte Nachzügler aber wieder wer weiß wohin geschickt wurden weil das Hotel ausgebucht sei. Davon haben wir aber erst heute morgen erfahren. Nach dem Dinner und einigen Zigaretten (200 Benson Hedges 19€) ging jeder von uns hundemüde ins Bett.
Heute Morgen habe ich mir den Wecker eine Stunde früher als nötig gestellt. Gott sei Dank konnte ich im Flugzeug ein bisschen schlafen und bin das (nach europäischer Zeit) Mittags aufstehen gewöhnt jedenfalls merke ich noch gar nichts von Jet Lag oder ähnlichem. Jedenfalls bin ich um halb sechs aufgestanden und habe erstmal vom Balkon meiner Suite im 11 Stock dem Karibischen Sonnenaufgang beigewohnt. Sehr beeindruckend wie sich sicher jeder vorstellen kann. Nach einem sehr reichhaltigen Frühstück, ein paar eMails und nem kurzen Gespräch mit den Lieben sitz ich jetzt im Buss zum Schiff das wieder erwarten nicht in Santo Domingo liegt sondern 2 Stunden entfernt in einer Stand von der ich nur weiß, dass sie mit V anfängt. Nach der ersten Aufregung dann mehr!
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