Samstag, 21. November 2009
Mein Schiff... on bord
Mittlerweile fühle ich mich fast wie ein alter Seebär. Das Chaos an Land findet sein exaktes Gegenteil an Bord. Alles ist bis ins kleinste Detail durchorganisiert und funktioniert reibungslos. Während ich mir an Land allerlei Gedanken über die Logistik eines solch großen Schiffes gemacht habe erscheint das, hat man einmal das Festland verlassen, völlig normal. Die Crewbereiche sind überraschend großzügig man markt nicht wirklich, dass gerade zeitgleich fast 1000 Menschen dort arbeiten. Anscheinend kennt sich auch so ziemlich jeder beim Namen. Nachdem wir also gegen 11 Uhr an Bord gegangen sind und hier von einem Barmann abgefangen wurden ging der organisatorische Kram los. Beinhaltet Abgabe der Pässe, medizinische Unterlagen zwischen allen möglichen Büros rum tragen, eine Schiffsführung, Aushändigung der Uniformen, Bettlaken und Handtücher, dann den Bezug der Kabinen (meine Nummer ist 4318 falls mich jemand besuchen kommen möchte) und abschließend ein erstes Sicherheitstraining. Woran mann zunächst gar nicht denkt was aber recht schnell sehr logisch ist ist jegliches Fehlen von Polizei, Notarzt Feuerwehr und so weiter. Und um uns sanft an die Übernahme dieser Aufgaben heran zu führen fand heute eben das erste Sicherheitstraining statt. Jetzt bin ich also nicht einfach nur Barmann sondern zeitgleich auch noch für das Leben Hunderter Menschen verantwortlich. Morgen darf ich meine Fähigkeiten diesbezüglich gleich mal beweisen. Nachdem heute auch einige neue Passagiere an Bord gekommen sind findet morgen ein Sicherheitstraining statt das auf See auch für die Passagiere Pflicht ist. Zu diesem Zweck werden alle Passagiere von Ihren Kabinen zu voher für sie festgelegten Rettungsbooten geführt, danach sammelt sich die Crew in Ihrem eigenen Rettungsbereich. Das Los hat in dem Fall entschieden es mir extra schwer zu machen indem es mich zum Guest Evac. Leader ernannt hat. Das bedeutet, dass ich für die Evakuierung der Gäste in zwei Brandschutzzonen (insgesamt gibt es 7)auf der Backbordseite verantwortlich bin. Dazu habe ich dann ein 5 köpfiges Team die ich so schnell wie möglich organisieren muss und die die Aufgaben haben alle Gäste aus diesen Kabinen zu holen, sich bei mir abhaken zu lassen und von mir zur nächsten Station, einem Treppenhausteam, weiter schicken zu lassen. Wenn ich der Meinung bin alle Gäste evakuiert zu haben melde ich das der Zentrale und leite mein Team zur Crew Sammelstelle. Was gibt es noch zu sagen? Ich arbeite die erste Woche an der Unverzichtbar. Das ist die größte der Poolbars und völlig unverständlicher weise fast ausschließlich mit nicht deutsch sprechendem Personal besetzt. Nachdem mein Englisch so schlecht nicht ist stellt das für mich kein Problem dar, wohl aber für die Kommunikation mit unseren älteren Gästen. jetzt ist es 1 Uhr Ortszeit, ich hab wohl auch noch ein bisschen europäische Zeit drin deeshalb werde ich jetzt noch ein paar Cocktailrezepte lernen und dann schlafen.
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Viel Glück und Verstand Kleiner!
AntwortenLöschenWar Ernie nicht auch mal Brandschautzbeauftragter der Abteilung Schadensregulierung II in der Capitol? Junge, Dir steht eine steile Karriere bevor! Wie wär's, wenn Du neben Deinen anderen Talenten auch mal das als Fotograf unter Beweis stellst und selbige lieferst? Take care!
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