Samstag, 26. Dezember 2009
Your Home Away From Home
Steht so ziemlich überall auf dem Schiff, meist in Verbindung nicht auf den Boden zu aschen (obwohl man sowieso fast nirgends rauchen darf) oder keine Müll abzuladen. Tatsächlich wird das Schiff nach ein paar Wochen aber mehr als nur ein monströser, schwimmender Haufen Stahl und fake plastic trees. Mittlerweile verbinde ich mit "Mein Schiff" zumindest temporär soetwas wie Heimat. Weil auf den Inseln nichts wesentlich anderes passiert als in den letzten Wochen möchte ich mal etwas mehr auf das Leben an Bord eingehen. Zunächst ist natürlich der krasse Unterschied zum Leben an Land die Tatsache, dass man mit hunderten Menschen auf engstem Raum lebt die zu einem großen Teil aus fremden Kulturen kommen, die manchmal zum ersten Mal zur See fahren, manchmal seit Jahren. Das A und O ist also Toleranz und die ist enorm hier. Innerhalb kürzester Zeit verändern sich die Menschen. Was ich an mir natürlich nur schwer beobachten kann fällt mir an denen auf die mit mir an Bord gekommen sind. Ganz selbstverständlich überwindet man alle Grenzen durch die man früher seine Persönlichkeit definiert hat. Heute tanze ich mit 20 Philipinos zu Hip Hop. Vor nem Monat noch bin ich aus der Crew Bar gegangen und vor 2 Monaten wäre ich in nen anderen Club. In der Crew Mess sitzen nicht Deutsche bei Deutschen und Phillies unter sich sondern Japaner, Chinesen, Phillipiner, Türken, Deutsche und sogar Österreicher nach ihren Departments sortiert zusammen, teilen Ihr Essen und lästern über die vom Restaurant oder die vom Entertainment. Natürlich versteht man sich untereinander aber auch wenn man zufällig nicht Barkeeper sondern Koch oder Steward ist. Der Raucherraum, das Crewdeck und gelegentlich stattfindende Parties sind immer ein wilder Haufen aller möglicher Uniformen kreuz und quer durcheinander. Die Arbeit an Bord ist, vom grundlegenden Aufgabenbereich abgesehen, kompett anders als an Land. Soll heißen, ein Barmann macht Drinks, ein Koch kocht und so weiter aber alles was nicht direkt damit zu tun hat wodurch sich ein Beruf definiert unterscheidet sich massiv. Zum einen ist man eben nicht nur Barmann auf dem Schiff sondern, wie in meinem Fall, auch noch Evacuation Team Leader, neben der Hoteljobs hat man eben auch noch die ein oder andere seemänische Aufgabe. Ich darf zudem jede Woche beim einchecken der neuen Gäste mitarbeiten. Was noch masiv auffällt ist, dass enorm viel Personal verfügbar ist. Jeder braucht jeden Tag eine Aufgabe. Egal ob 5 oder 300 Gäste im Casino sitzen, ich habe jeden Abend 5 Waiter, 2 Barkeeper, einen Utility (dessen Aufgabe ist alles zu besorgen was man braucht, Obst, Waren, Gläser...) meine Aufgabe ist es dafür zu sorgen, dass jeder das macht was er soll. Die Aufgabe des Barchefs ist es mir zu sagen was der Barmanager und sein Assistent ihm auftragen mir zu sagen damit ich es dem Team weitergebe. Womit auch die bürokratische Struktur an Bord erläutert ist. Außerdem ist natürlich der Arbeitsrythmus und die Arbeit am Gast grundlegend anders als an Land. Während man in jedem Club, jedem Restaurant, Bar etc. mit Stammgästen arbeitet die man zum teil seit Jahren kennt verlassen einen die Gäste auf dem Schiff, die netten wie die Idioten, nach spätestens 2 Wochen wieder. und eben an diesem 14 Tage Rythmus orientiert sich das ganze Schiff, Events, Tagescocktails, General Cleaning, Inventur, Pax Drill, Crew Drill... alles wiederholt sich ständig. So wie man gar nicht mehr aus dem Fenster schauen muss um zu wissen, dass die Sonne scheint, muss man auch nicht mehr das Tagesprogramm lesen um zu wissen, heute ist Poolparty, James Bond Nacht, ... Aber ein Blick auf die Uhr ist dann und wann nicht schlecht. Ich muss arbeiten. @ Carsten: Wenn du was spezielles wissen willst mach mal Meldung!
Nochmal frohe Weihnachten!
Samstag, 19. Dezember 2009
Grenada, Schnorcheln Queen Marry 2 Bomb Drill und so weiter
Leider war ich die letzten Tage ein wenig Faul oder viel beschäftigt. Wie man das sehen möchte. Jedenfalls will ich die prägenden Momente der letzten Tage zusammenfassen um einen möglichst zusammenhängenden Bericht zu schreiben.
St. Maarten: Nachdem ich also in Dominica meinen erklärten Favoriten gefunden habe gilt es jetzt die besten Verlierer zu küren. St. Maarten, soviel kann ich schonmal verraten, ist nicht unter den top 5. Dort waren wir nämlich einen Tag nach dem Besuch auf Dominica. Im Vergleich ist diese Insel so hässlich, was ihr natürlich nicht gerecht wird, Palmen, Strand, Berge und azurblaues Wasser gibt es auch dort aber alles sieht aus als sei es für die Touristenscharen die jeden Tag von Bord der bis zu sechs Kreuzfahrtschiffe strömen und nach deren Auslaufen eine Geisterinsel zurücklassen arrangiert. Alles ist übertrieben karibisch, die Strände mit Schirmen und Liegen vollgepflastert. Vor jedem Laden spielt eine echte Steeldrumband ganz zufällig und die Häuser sind schlecht renoviert und bunt gestrichen. Also alles in Allem das krasse Gegenteil dessen was ich auf einigen vorigen Inseln gesehen und geschätzt habe. Zu allem Überfluss ist das vermeintliche Zoll und Steuerfrei Einkaufsparadies zum einen sehr einseitig und zum Anderen nicht mal wirklich billig. Elektronika z.B: ist bei Saturn und Co. im Angebot deutlich billiger. Dafür hab ich mir ne Ray Ban gekauft die in Deutschland vergriffen und doppelt so teuer ist. Nen echten Panamahut noch und damit hat sich mein Besuch in St. Maarten erledigt. Nächstes Mal bleib ich entweder an Bord oder miete mir einen Jeep um ins französische St. Martin zu fahren. Ach abschließend und den Ereignissen vorgreifend: Ich hab mich von dem ständigen Wechsel zwischen 16°C kalten Läden und 32°C Außentemperatur ordentlich erkältet.
Guadeloupe: Besagte Erkältung zeigt erste Vorboten und zu allem Überfluss ist der wöchentliche Crew Drill angesagt. So richtig viel Zeit und Lust hatte ich also gar nicht überhaupt von Bord zu gehen. Das ich es doch getan habe liegt daran, dass ich das dringende Bedürfniss habe wieder Gitarre zu spielen nachdem ich in Berlin schon wieder viel gespielt habe und mich (fälschlicherweise) darauf verlassen habe das schon jemand an Bord eine haben wird. Ich habe zwar jetzt immernoch keine bin aber trotzdem froh rausgegangen zu sein. Guadeoupe ist nach wie vor französisch. Somit Teil der EU und in karibischem Klima, mit karibischen Menschen und deren gepflogenheiten eine sehr amüsante Kombination. Ich bin ziemlich genau um 11 von Bord gegangen und war erstmal überrascht wie groß und kontinental diese Stadt ist. So ziemlich alles im Umfeld des Hafens ist ca 100 Jahre alt und typisch kolonialistisch bebaut. also viele Jugendstil Elemente, viel Gusseisen und Balkone, sprossenfester etc. Sieht wirklich sehr schön aus. Was den Reiz der Stadt aber besonders ausmacht ist, dass sie fest in der Hand der Einwohner ist. Keine Touristenfallen und Souveniermärkte sondern authentische Wochenmärkte rund um den alten Fischereihafen. Mit exotischem Obst und Gemüse, Haushaltswaren und fangfrischen Fisch. Riesige Langusten, Thunfisch Hai und scwertfisch und so weiter. Die Fiecher werden direkt am Markt geschuppt und ausgenommen und überall ist viel Krach und Palaver. Die Straßen sind überfüllt mit sich unterhaltenden sehr geschäftig einkaufenden Einheimischen und die Läden eine interessante Mischung aus europäischen/französischen Klamottenläden und allem möglichen Bedarfshandel. Warum so hektischer Betrieb war wurde mir dann um 13 Uhr klar. Innerhalb von ner guten Viertelstunde waren alle Straßen leer, alle Geschäfte geschlossen und die Märkte abgebaut. Mittagspause. Bis halb 4, die ganze Stadt. Ich hab übrigens einen Gitarrenladen gefunden allerdings war mir alles zu teuer. Die armen Insulaner beziehen praktisch alle Ihre Waren aus Frankreich was natürlich entsprechende Mehrkosten verursacht wenn Gitarren von amerikanischen Firmen nach Europa geschifft werden, dort verzollt und dann wieder in die, 500SM von Florida entfernte, Karibik gebracht werden. In Antigua gibt es auch ein Musikgeschäft vielleicht habe ich dort mehr Glück.
Seetag: Erkältung Tag , bis Nachmittags geschlafen, gequält gelächelt beim arbeiten und wieder ins Bett.
La Romana: Siehe gestern.
Seetag: Siehe gestern und vorgestern. Ich hasse St. Maarten mittlerweile. Abends streng verboten nen Mojito getrunken weil Rum desinfiziert, Minze gut ist bei Erkältung und Limette ja sowiso.
Grenada: Es hat gewirkt. Ich fühle mich wie ein junges Reh :-) Gott sei dank muss ich da sagen, einerseits weil Erkältung bekanntermaßen ja wirklich nichts taugt und zum andern weil ich sonst vermutlich noch Grenada verschlafen hätte. Und, das steht jetzt fest, das wäre ganz schön schlimm gewesen. Wir lagen nämlich vor Anker weil die verdammte Insel nur Platz für 3 Kreuzfahrschiffe hat und wir das vierte waren. So kam ich dafür in den Genuss zu tendern. Tendern bedeutet, dass alle Passagiere die an Land möchten mit Rettungsbooten dort hin gebracht werden. Das ist Lustig das, das macht Spaß. Grenada ist nebenbei auch noch eine wirklich tolle Insel. Die Hauptstadt ist um eine Hufeisenförmige Bucht angelegt und komplett im Kolonialstil erhalten. Grenada war schon immer eine Gewürzinsel und deckt z.B. heute 20% des weltweiten Muskatnuss Bedarf. Außerdem kommt die berühmte Grenadine hier her. Jedenfalls haben wir uns in eben diesen Hafen tendern lassen und sind von dort mit dem Wassertaxi zum Strand gefahren. Dort dann das Übliche, Sonne liegen, Blödsinn mit Wellen machen und so weiter. Später haben wir noch in nem echten kreolischen Restaurant gegessen. Sehr lecker. Mein Essen hieß "The Sizzler" und war vermutlich angebratener Tintenfisch. Dazu fritierter Kürbis, grüne Bananen, Reis mit Linsen und von den Kollegen Spareripps mit Honigmarinade.
Barbados: Das Übliche, Strand! Immernoch mein Favorit weil ewig lang, fast menschenleer und großartige Brandung. Wir haben uns in nem Angelladen Schnorchelausrüstungen gekauft und mal die Unterwasserwelt erkundet. Erstaunlich was da alles in unmittelbarer Strandnähe alles unterwegs ist! Die ersten Korallen hat man keine 20 Meter vom Strand weg und überall sind schon lauter lustige Fische. Nachdem wir alle keine Ahnung von diesen Fiechern haben gaben wir Ihnen einfach eigene Namen. Nasenfische, Kellnerkrabben und "Die Dicken" sind meine Lieblinge. Zur Erklärung: Nasenfische sehen aus wie Mini Schwerfische, ca. 30cm. lang, mit 15 cm Nase vorne dran. Später haben wir dann bei einem dieser Teile festgestellt, dass die Nase eigentlich ein Schnabel ist. Der Name bleibt aber. Kellnerkraben wohnen am Strand, graben Löcher in den Sand und werfen zu dem Zweck, nachdem sie sich seitwärts aus iIhrem Gang geschoben haben den Sand in hohem Bogen auf einen Haufen. Lassen sich herrlich ärgern. Die Dicken sind halt dick aber haben ne lustige Farbe. Später essen bei ner Art karibischem Mc Donalds. Nicht gut aber viel. Auf dem Rückweg mal noch festgestellt, dass wir direkt neben der Queen Marry 2 liegen was ich zwar vorher schon wusste aber beim zum Strand gehen vergessen habe zu kontrollieren. Definitiv das schönste Schiff das ich bislang gesehen habe. Also zumindest vergleichbarer Bauart. Sehr elegant, riesengroß und majestätisch eine echte Queen. Bilder folgen so weit möglich weil der Pott hermetisch abgeschirmt liegt und man sich nicht näher als 100 Meter nähern darf. Auch auf See nicht wovon ein riesiges Schild an der Seite zeugt. Was sie dann aber machen wenn man sich daran nicht hält steht nicht drunter. Ich tippe mal auf ein Warning.
St. Lucia: BOMB DRILL! Zu diesem Zweck werden auf dem Schiff Bombenattrappen versteckt die dann möglichst schnell gefunden werden müssen. 1,5 Stunden nach beginn der Übung wurde sie dann als erfolgreich abgeschlossen bezeichnet nachdem statt 4 versteckten Attrappen 7 gefunden wurden. Ob 1,5 Stunden jetzt ne gute Zeit ist möchte ich nicht kommentieren. Aufgrund der vorangeschrittenen Uhrzeit hat es heute nur für das Crewdeck gereicht. Braun wird man da auch und man muss keinen halben Strand aus der Kabine kehren.
Antigua: Wieder Drill diesmal aber nur der normale Crew Drill der jede Woche ist. Letzte Woche, diese Woche und vermutlich soalnge das Schiff im Dienst ist jede kommende Woche auch.
Seetag
La Romana - langweilig
Seetag: Heute 19.12. bislang keine Vorkommnisse
St. Maarten: Nachdem ich also in Dominica meinen erklärten Favoriten gefunden habe gilt es jetzt die besten Verlierer zu küren. St. Maarten, soviel kann ich schonmal verraten, ist nicht unter den top 5. Dort waren wir nämlich einen Tag nach dem Besuch auf Dominica. Im Vergleich ist diese Insel so hässlich, was ihr natürlich nicht gerecht wird, Palmen, Strand, Berge und azurblaues Wasser gibt es auch dort aber alles sieht aus als sei es für die Touristenscharen die jeden Tag von Bord der bis zu sechs Kreuzfahrtschiffe strömen und nach deren Auslaufen eine Geisterinsel zurücklassen arrangiert. Alles ist übertrieben karibisch, die Strände mit Schirmen und Liegen vollgepflastert. Vor jedem Laden spielt eine echte Steeldrumband ganz zufällig und die Häuser sind schlecht renoviert und bunt gestrichen. Also alles in Allem das krasse Gegenteil dessen was ich auf einigen vorigen Inseln gesehen und geschätzt habe. Zu allem Überfluss ist das vermeintliche Zoll und Steuerfrei Einkaufsparadies zum einen sehr einseitig und zum Anderen nicht mal wirklich billig. Elektronika z.B: ist bei Saturn und Co. im Angebot deutlich billiger. Dafür hab ich mir ne Ray Ban gekauft die in Deutschland vergriffen und doppelt so teuer ist. Nen echten Panamahut noch und damit hat sich mein Besuch in St. Maarten erledigt. Nächstes Mal bleib ich entweder an Bord oder miete mir einen Jeep um ins französische St. Martin zu fahren. Ach abschließend und den Ereignissen vorgreifend: Ich hab mich von dem ständigen Wechsel zwischen 16°C kalten Läden und 32°C Außentemperatur ordentlich erkältet.
Guadeloupe: Besagte Erkältung zeigt erste Vorboten und zu allem Überfluss ist der wöchentliche Crew Drill angesagt. So richtig viel Zeit und Lust hatte ich also gar nicht überhaupt von Bord zu gehen. Das ich es doch getan habe liegt daran, dass ich das dringende Bedürfniss habe wieder Gitarre zu spielen nachdem ich in Berlin schon wieder viel gespielt habe und mich (fälschlicherweise) darauf verlassen habe das schon jemand an Bord eine haben wird. Ich habe zwar jetzt immernoch keine bin aber trotzdem froh rausgegangen zu sein. Guadeoupe ist nach wie vor französisch. Somit Teil der EU und in karibischem Klima, mit karibischen Menschen und deren gepflogenheiten eine sehr amüsante Kombination. Ich bin ziemlich genau um 11 von Bord gegangen und war erstmal überrascht wie groß und kontinental diese Stadt ist. So ziemlich alles im Umfeld des Hafens ist ca 100 Jahre alt und typisch kolonialistisch bebaut. also viele Jugendstil Elemente, viel Gusseisen und Balkone, sprossenfester etc. Sieht wirklich sehr schön aus. Was den Reiz der Stadt aber besonders ausmacht ist, dass sie fest in der Hand der Einwohner ist. Keine Touristenfallen und Souveniermärkte sondern authentische Wochenmärkte rund um den alten Fischereihafen. Mit exotischem Obst und Gemüse, Haushaltswaren und fangfrischen Fisch. Riesige Langusten, Thunfisch Hai und scwertfisch und so weiter. Die Fiecher werden direkt am Markt geschuppt und ausgenommen und überall ist viel Krach und Palaver. Die Straßen sind überfüllt mit sich unterhaltenden sehr geschäftig einkaufenden Einheimischen und die Läden eine interessante Mischung aus europäischen/französischen Klamottenläden und allem möglichen Bedarfshandel. Warum so hektischer Betrieb war wurde mir dann um 13 Uhr klar. Innerhalb von ner guten Viertelstunde waren alle Straßen leer, alle Geschäfte geschlossen und die Märkte abgebaut. Mittagspause. Bis halb 4, die ganze Stadt. Ich hab übrigens einen Gitarrenladen gefunden allerdings war mir alles zu teuer. Die armen Insulaner beziehen praktisch alle Ihre Waren aus Frankreich was natürlich entsprechende Mehrkosten verursacht wenn Gitarren von amerikanischen Firmen nach Europa geschifft werden, dort verzollt und dann wieder in die, 500SM von Florida entfernte, Karibik gebracht werden. In Antigua gibt es auch ein Musikgeschäft vielleicht habe ich dort mehr Glück.
Seetag: Erkältung Tag , bis Nachmittags geschlafen, gequält gelächelt beim arbeiten und wieder ins Bett.
La Romana: Siehe gestern.
Seetag: Siehe gestern und vorgestern. Ich hasse St. Maarten mittlerweile. Abends streng verboten nen Mojito getrunken weil Rum desinfiziert, Minze gut ist bei Erkältung und Limette ja sowiso.
Grenada: Es hat gewirkt. Ich fühle mich wie ein junges Reh :-) Gott sei dank muss ich da sagen, einerseits weil Erkältung bekanntermaßen ja wirklich nichts taugt und zum andern weil ich sonst vermutlich noch Grenada verschlafen hätte. Und, das steht jetzt fest, das wäre ganz schön schlimm gewesen. Wir lagen nämlich vor Anker weil die verdammte Insel nur Platz für 3 Kreuzfahrschiffe hat und wir das vierte waren. So kam ich dafür in den Genuss zu tendern. Tendern bedeutet, dass alle Passagiere die an Land möchten mit Rettungsbooten dort hin gebracht werden. Das ist Lustig das, das macht Spaß. Grenada ist nebenbei auch noch eine wirklich tolle Insel. Die Hauptstadt ist um eine Hufeisenförmige Bucht angelegt und komplett im Kolonialstil erhalten. Grenada war schon immer eine Gewürzinsel und deckt z.B. heute 20% des weltweiten Muskatnuss Bedarf. Außerdem kommt die berühmte Grenadine hier her. Jedenfalls haben wir uns in eben diesen Hafen tendern lassen und sind von dort mit dem Wassertaxi zum Strand gefahren. Dort dann das Übliche, Sonne liegen, Blödsinn mit Wellen machen und so weiter. Später haben wir noch in nem echten kreolischen Restaurant gegessen. Sehr lecker. Mein Essen hieß "The Sizzler" und war vermutlich angebratener Tintenfisch. Dazu fritierter Kürbis, grüne Bananen, Reis mit Linsen und von den Kollegen Spareripps mit Honigmarinade.
Barbados: Das Übliche, Strand! Immernoch mein Favorit weil ewig lang, fast menschenleer und großartige Brandung. Wir haben uns in nem Angelladen Schnorchelausrüstungen gekauft und mal die Unterwasserwelt erkundet. Erstaunlich was da alles in unmittelbarer Strandnähe alles unterwegs ist! Die ersten Korallen hat man keine 20 Meter vom Strand weg und überall sind schon lauter lustige Fische. Nachdem wir alle keine Ahnung von diesen Fiechern haben gaben wir Ihnen einfach eigene Namen. Nasenfische, Kellnerkrabben und "Die Dicken" sind meine Lieblinge. Zur Erklärung: Nasenfische sehen aus wie Mini Schwerfische, ca. 30cm. lang, mit 15 cm Nase vorne dran. Später haben wir dann bei einem dieser Teile festgestellt, dass die Nase eigentlich ein Schnabel ist. Der Name bleibt aber. Kellnerkraben wohnen am Strand, graben Löcher in den Sand und werfen zu dem Zweck, nachdem sie sich seitwärts aus iIhrem Gang geschoben haben den Sand in hohem Bogen auf einen Haufen. Lassen sich herrlich ärgern. Die Dicken sind halt dick aber haben ne lustige Farbe. Später essen bei ner Art karibischem Mc Donalds. Nicht gut aber viel. Auf dem Rückweg mal noch festgestellt, dass wir direkt neben der Queen Marry 2 liegen was ich zwar vorher schon wusste aber beim zum Strand gehen vergessen habe zu kontrollieren. Definitiv das schönste Schiff das ich bislang gesehen habe. Also zumindest vergleichbarer Bauart. Sehr elegant, riesengroß und majestätisch eine echte Queen. Bilder folgen so weit möglich weil der Pott hermetisch abgeschirmt liegt und man sich nicht näher als 100 Meter nähern darf. Auch auf See nicht wovon ein riesiges Schild an der Seite zeugt. Was sie dann aber machen wenn man sich daran nicht hält steht nicht drunter. Ich tippe mal auf ein Warning.
St. Lucia: BOMB DRILL! Zu diesem Zweck werden auf dem Schiff Bombenattrappen versteckt die dann möglichst schnell gefunden werden müssen. 1,5 Stunden nach beginn der Übung wurde sie dann als erfolgreich abgeschlossen bezeichnet nachdem statt 4 versteckten Attrappen 7 gefunden wurden. Ob 1,5 Stunden jetzt ne gute Zeit ist möchte ich nicht kommentieren. Aufgrund der vorangeschrittenen Uhrzeit hat es heute nur für das Crewdeck gereicht. Braun wird man da auch und man muss keinen halben Strand aus der Kabine kehren.
Antigua: Wieder Drill diesmal aber nur der normale Crew Drill der jede Woche ist. Letzte Woche, diese Woche und vermutlich soalnge das Schiff im Dienst ist jede kommende Woche auch.
Seetag
La Romana - langweilig
Seetag: Heute 19.12. bislang keine Vorkommnisse
Montag, 14. Dezember 2009
I love you Dominica!
Jetzt hab ich tatsächlich schon so lange nichts mehr geschrieben! Es ist zwar schon wieder einige Tage her aber auch der zweite Aufenthalt auf Dominica hat meinen Eindruck von der Insel bestätigt. Nirgends auf der Reise fühle ihc mich annährend so wohl wie dort. Zwar sind alle Inseln, alle Bewohner, Hafen Städte, Strände wirklich erlebenswert aber Dominica mit seiner Ursprünglichkeit, der wilden Natur, tropischen Regenwäldern, schwarzen Stränden, Palmenhainen und immerhin 365 Flüssen (sagt man) ist ein Erlebnis. Die Menschen dort sind auch ganz anders als auf andern Inseln. Während man in der Dominikanischen Republik ständig aufpassen muss das man nicht verarscht oder zumindest ewig vollgequatscht wird ist Dominica von Massentourismus und seinen Begleiterscheinungen bislang verschont geblieben. Diesmal haben wir uns entschieden ein Taxi zum Strand zu nehmen und haben uns herrlich mit dem Fahrer unterhalten der uns in 20 Minuten einen kurzen Abriss über die Geschichte der Insel und die Eigenheiten der Bewohner vermittelt hat. Der Strand war dann auch wirklich wunderbar. Absolut natürlich, mit lauter lustigen Krabben die sich Löcher in den Sand graben und Palmen (überall immer Palmen), schwarzem Sand und vor allem Fischerbooten die gerade von Ihren Fanggebieten zurückkommen und Ihre Ware direkt am Strand an den Mann bringen. Lustigerweise ist auch das Wetter auf Dominica gänzlich anders. Auf Martinique zum Beispiel regnet es bestenfalls einmal die Woche, auf Dominica 2-3 Mal am Tag richtig und immer wieder kurz leicht. Während Regen in Deutschland wirklich nichts als lästig ist empfinde ich ihn hier in der Karibik (oder wie unser guter Kapitän zu sagen pflegt Karibien) als sehr angenehme Abwechslung. Danach ist die Luft für ne halbe Stunde abgekühlt, aus den Wäldern steigen Wolken auf um am nächsten Berg wieder als Regen zu enden, zuletzt hat man hier eigentlich stündlich große Lust zu duschen und karibischer Regen fühlt sich was Menge und Temparatur angeht nicht groß anders an. 15 Minuten später ist man wieder weitestgehend trocken. Übrigens scheint das nicht nur das Empfinden eines mehr oder weniger Touristen zu sein. Jedenfalls laufen die Einheimischen wenn es anfängt auch einfach weiter anstelle sich unterzustellen oder was man sonst so macht wenn es regnet.
Am Strand haben wir ein altes Hotel gefunden das wohl in den 60ern dort gebaut wurde seit gut 10 Jahren aber leer steht und entsprechend runtergekommen ist. Wir sind jetzt jedenfalls alle Feuer und Flamme diese runtergekommen Bungalows zu kaufen und das Hotel wieder aufzumachen. Ansich ist das wirklich traumhaft, direkt am Strand gelegen mit einer leicht erhöhten Plattform für die Strandbar. Dahinter verteilen sich dann das Haupthaus und einige Gästehäuser am Hang inmitten eines künstlich angelegten total verwilderten Regenwaldes. Von der Straße aus sieht man von dem Hotel gar nichts außer einem Las Vegas Style Betonschildes mit dem Namen "Castaway Hotel" und das ehemalige Tor. Wenn wir das nächste Mal auf die Insel kommen versuchen wir das Gelände nochmal zu erkunden und ein paar Bilder zu machen. Außerdem haben wir unserem Taxifahren versprochen uns von Ihm den Regenwald und die Wasserfälle zeigen zu lassen. Zu einem erloschenen Vulkan wollte er uns auch noch fahren. Roseau, die Hauptstadt von Dominica ist auch eine großartige Stadt. Was meinen Ladys auf dem Schiff zu dreckig ist empfinde ich als authentisch. Während St. Maarten und Co. aussehen wie eine Filmkulisse die man morgens für die Touris aufstellt und nach auslaufen der Schiffe wieder einklappt ist Roseau eine Stadt in der gelebt, gefeiert und gearbeitet wird. Alle Straßen sind überfüllt mit Menschen und Geschäftigem Treiben. Der Metzger arbeitet auf dem Bürgersteig (so es einen gibt) oder präsentiert dort die Köpfe seiner Opfer. Alte Frauen sitzen vor Ihren Geschäften und rauchen riesige Zigarren, Taxis hupen an jeder Ecke um nicht ausversehen irgendjemanden zu überfahren. Als besonderes Highlight ist auf der Insel kommende Woche Wahl und anders als bei uns ist Politik dort das Thema. Unser Fahrer hat sich sogar beschwert das der Premierminister die Wahl vor Weihnachten gelegt habe und das dies ein Novum sei und nun jeder Weihnachten vergesse und nach der Wahl total gestresst sei weil er ja dann noch Geschenke etc kaufen muss. Außerdem zeigt hier jeder seine politische Ausrichtung. Entweder, im angenehmen Fall, indem er sein Haus mindestens mit hunderten Wimpeln in der entsprechenden Farbe dekoriert oder einfach direkt anstreicht, oder, wenn man sozusagen Fundamentalist ist opfert man seinen Urlaub, mietet einen Transporter und ein Megafon und tut seine Meinung auf er ganzen Insel kund. Die wichtigsten Unterschiedungsmerkmale der Parteien sind übrigens ob sie für oder gegen einen internationalen Flughafen sind und ob Zuckerrohr weiter subventioniert wird oder nicht.
Samstag, 5. Dezember 2009
Reise drei
Sodelle! Heute bin ich schon wider auf See, von La Romana nach Martinique und es ist sehr lustig weil wir das erste Mal seit ich auf dem Schiff bin soetwas wie Wellengang haben. Endlich schaukelt mal alles und es ist windig und regnet und sogar der Pool musste abgelassen werden weil er ständig versucht hat aus seinem Becken zu fliehen und zurück ins Meer zu gelangen. Leider ist das Pooldeck voll verglast sodass die ganze Brühe lediglich in Bächen über das Deck gelaufen ist. Seekrank ist leider immernoch niemand und das obwohl gestern wieder viele hundert neue Passagiere an Bord gekommen sind. Ich habe den gestrigen Tag dazu genutzt mal wieder an den Strand zu gehen und im einzigen Supermarkt der auf den Routen verfügbar ist ein bisschen Naschzeug und Mundwasser zu kaufen. So ziemlich jeder den ich auf dem Schiff frage hat nämlich Probleme mit dem Zahnfleisch weil das "Trinkwasser" an den Waschbecken und Duschen gechlort ist. Jedenfalls nehme ich jetzt zum Zähneputzen Paradise Water aus Saint Lucia und Lysterine Mundwasser. Für alle die es interessiert. Der Strand gestern war übrigens wie ihr vielleicht sehen könnt so ziemlich das was man sich unter nem karibischen Strand vorzustellen hat. Palmenhaine Korallensand und türkises Wasser. Mein neues Hobby in dem Zusammenhang ist übrigens "Angespült" spielen. Dazu legt man sich an die Wassergrenze auf den Sand und lässt sich von den Wellen immer ein bisschen ins Meer ziehen und dann wieder an den Strand spülen. Das könnte ich stundenlang machen. Zu dem Strand mussten wir diesmal ein Taxi nehmen was aber nicht sonderlich schlimm war. Hin und zurück (ca. 50 Km) 50$ und der Taxifahrer wartet im Wagen bis man wieder gehen möchte. Eine Kokosnuss für jeden, von der Palme gepflückt und vor den Augen geöffnet ist inklusive. Jetzt geh ich ne Runde in den Fitnessraum nachdem mein Plan das Sonnendeck zu besuchen aus eingangs erwähnten Gründen wohl flach fällt.
Donnerstag, 3. Dezember 2009
Casino Royal
Es ist tatsächlich wahr, ab Morgen darf ich in die Casino Bar. Von Anfang an war das meine auserkohrene Wunschbar. Trifft sich schon deshalb gut weil ich seit ich auf dem Pooldeck mit Basketballstiefeln arbeite die einfach zu warm sind für das karibische Klima. Leider bestätigte sich auch bei meinem Landgang auf Antigua meine Vermutung, dass weiße Schuhe hier verpönt sind. Jedenfalls kann man keine kaufen, weiße Basketballstiefel mal ausgenommen. Gestern Abend war dann noch Crew shopping im Einkaufszentrum und weil ich halt nicht anders kann hab ich gleich mal zugeschlagen... Eine Armbanduhr und ein Parfüm sollten es sein. Wurde es dann auch. Heute war dann mal wieder Seetag. An Seetagen passiert absolut überhaupt rein gar nichts. Daher ende ich hier. Morgen klingelt um halb acht der Wecker weil wir zu neunt an einen Strand fahren und unter Palmen Mittag essen wollen. Vielleicht schreib ich dann auch wieder ausführlicher.
Mittwoch, 2. Dezember 2009
Happy Holidays
Nachdem ich an den üblichen Arbeitstagen mittlerweile Probleme bekomme irgendwelche Neuigkeiten mitzuteilen kann ich jetzt endlich mal wieder mit etwas nie da gewesenem aufwarten! Ich war am Strand! Montag Mittag in auf Barbados. Ich bin mit ein paar Kollegen extra früh aufgestanden und dann, nach dem Frühstück, direkt zum Strand gelaufen. In Barbados war an dem Tag Nationalfeiertag was dazu führte, dass wir den Strand (und der ist groß!) fast für uns allein hatten. Wie großartig das Meer dort ist kann man fast nicht beschreiben. Ich hab ja nun nicht so viele Vergleiche aber das war eine Offenbarung. Das Wasser ist angenehm kühl, kristallklar sehr salzig, richt aber überhaupt nicht unangenehm. Wir hatten zwei Stunden enorm viel Spaß mit Wellenschwimmen und Sandballschlachten bevor wir wieder Richtung Schiff gehen, unseren Sonnenbrand pflegen und arbeiten mussten. Auf dem Rückweg hat mir dann noch ein netter Insulaner eine Kette geschenkt zur Feier des Independence Day. Heute liegen wir in Santa Lucia, noch so einer traumhaften Insel mit Palmen und Urwäldern und Vulkanbergen und Buchten und Stränden und was weiß man was noch allem. Zum Strand hat es leider heute nicht gereicht weil ich zur Bank musste und nicht bedacht habe, dass dort heute Zahltag sein könnte. Jedenfalls stand ich fast eine Stunde in der Bank an um meine frisch aus dem Automaten gezogenen "Ost karibischen Dollar" in "harte" US Dollar zu tauschen. War aber trotzdem ganz lustig weil ich mich mit ein paar dicken alten einheimischen Hausfrauen unterhalten habe die alles über Deutschland und das Schiff und Weihnachten wissen wollten. Weihnachten ist hier sowieso ein wichtiges Thema. Ich war nach der Bank noch kurz in nem Supermarkt um Waschmittel und Wasser zu kaufen und alles war sehr weihnachtlich dekoriert. Mit Glöckchen und Girlanden und Spruchbändern und karibischer Weihnachtsmusik. Ich versuche mal ne entsprechende CD zu besorgen weil Jingle Bells mit diesen Ölfass Trommeln sehr amüsant ist. Noch kurz zur Erklärung des Fotos: Aufgenommen ist das Bild am Rande des Fischmarktes in Castries auf St. Lucia. Im Hintergrund sieht man "Mein Schiff" im Anschluss daran kommt der Jachthafen. Worauf ich aber eigentlich raus will sind die Namen der Boote. Ich hab noch nie so viele so dämliche Bootsnamen gesehen wie in diesem Hafen. Nicht auf dem Foto gab es auch noch "The Family Who Prays 1 & 3) Daja vu und einige andere. Ich muss nächstes Mal wenn ich hier her komme unbedingt mal erfragen was es damit auf sich hat. Ach ja und der Strand soll auch ganz großartig sein weil er wohl nicht dem Golf von Mexico sondern dem Atlantik zugewandt sein soll. Mit großen Wellen und Wind und allem was dazu gehört. So. Heute Abend ist Poolparty (genau wie letzten Dienstag und vermutlich alle kommenden Dienstage) ich hab noch ne halbe Stunde Zeit um zu essen und dann darf ich mir 10 Philippiner schnappen und das komplette Deck mit vier Meter langen Palmenblättern dekorieren... Wird das ein Spaß :-)
Round Two
Jetzt habe ich tatsächlich seit der Ankündigung der Evakuierung nichts mehr geschrieben! Tatsächlich bin ich aber immernoch wohl auf und nicht etwa zu Demonstrationszwecken wie man es nicht macht über Bord gegangen oder so. Heute liegen wir wieder in La Romagnia in der Dominikanischen Republik. Heute vor einer Woche ging es also los. Wenn ich es mir recht überlege verging die Zeit wie im Flug, die Aufregung vor einer Woche und das tolpatschige durch das Schiff gerenne der ersten Tage kommtmir vor als sei es vor Monaten gewesen. Mittlerweile kenne ich so viele von der Crew, weiß die Schleichwege und die Abkürzungen im Schif. Eben habe ich mich das erste mal seit ich unterwegs bin vom Schiff "getraut", soll heißen ich hatte das erste mal das Gefühl genug Zeit zu haben das Schiff verlassen zu können ohne in Hektik ausbrechen zu müssen. Was ich dabei feststellen durfte ist, La Romagnia ist langweilig und das Schiff so verdammt groß. Viel größer als man denkt wenn man sich im Inneren aufhält. Ich hab ja ein Beweisfoto gemacht. Gleich darf ich anfangen zu arbeiten. Den Nachmittag verbringe ich am Check In Schalter für die neuen Passagiere. Abends werde ich wieder die Poolbar unsicher machen.
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