Leider war ich die letzten Tage ein wenig Faul oder viel beschäftigt. Wie man das sehen möchte. Jedenfalls will ich die prägenden Momente der letzten Tage zusammenfassen um einen möglichst zusammenhängenden Bericht zu schreiben.
St. Maarten: Nachdem ich also in Dominica meinen erklärten Favoriten gefunden habe gilt es jetzt die besten Verlierer zu küren. St. Maarten, soviel kann ich schonmal verraten, ist nicht unter den top 5. Dort waren wir nämlich einen Tag nach dem Besuch auf Dominica. Im Vergleich ist diese Insel so hässlich, was ihr natürlich nicht gerecht wird, Palmen, Strand, Berge und azurblaues Wasser gibt es auch dort aber alles sieht aus als sei es für die Touristenscharen die jeden Tag von Bord der bis zu sechs Kreuzfahrtschiffe strömen und nach deren Auslaufen eine Geisterinsel zurücklassen arrangiert. Alles ist übertrieben karibisch, die Strände mit Schirmen und Liegen vollgepflastert. Vor jedem Laden spielt eine echte Steeldrumband ganz zufällig und die Häuser sind schlecht renoviert und bunt gestrichen. Also alles in Allem das krasse Gegenteil dessen was ich auf einigen vorigen Inseln gesehen und geschätzt habe. Zu allem Überfluss ist das vermeintliche Zoll und Steuerfrei Einkaufsparadies zum einen sehr einseitig und zum Anderen nicht mal wirklich billig. Elektronika z.B: ist bei Saturn und Co. im Angebot deutlich billiger. Dafür hab ich mir ne Ray Ban gekauft die in Deutschland vergriffen und doppelt so teuer ist. Nen echten Panamahut noch und damit hat sich mein Besuch in St. Maarten erledigt. Nächstes Mal bleib ich entweder an Bord oder miete mir einen Jeep um ins französische St. Martin zu fahren. Ach abschließend und den Ereignissen vorgreifend: Ich hab mich von dem ständigen Wechsel zwischen 16°C kalten Läden und 32°C Außentemperatur ordentlich erkältet.
Guadeloupe: Besagte Erkältung zeigt erste Vorboten und zu allem Überfluss ist der wöchentliche Crew Drill angesagt. So richtig viel Zeit und Lust hatte ich also gar nicht überhaupt von Bord zu gehen. Das ich es doch getan habe liegt daran, dass ich das dringende Bedürfniss habe wieder Gitarre zu spielen nachdem ich in Berlin schon wieder viel gespielt habe und mich (fälschlicherweise) darauf verlassen habe das schon jemand an Bord eine haben wird. Ich habe zwar jetzt immernoch keine bin aber trotzdem froh rausgegangen zu sein. Guadeoupe ist nach wie vor französisch. Somit Teil der EU und in karibischem Klima, mit karibischen Menschen und deren gepflogenheiten eine sehr amüsante Kombination. Ich bin ziemlich genau um 11 von Bord gegangen und war erstmal überrascht wie groß und kontinental diese Stadt ist. So ziemlich alles im Umfeld des Hafens ist ca 100 Jahre alt und typisch kolonialistisch bebaut. also viele Jugendstil Elemente, viel Gusseisen und Balkone, sprossenfester etc. Sieht wirklich sehr schön aus. Was den Reiz der Stadt aber besonders ausmacht ist, dass sie fest in der Hand der Einwohner ist. Keine Touristenfallen und Souveniermärkte sondern authentische Wochenmärkte rund um den alten Fischereihafen. Mit exotischem Obst und Gemüse, Haushaltswaren und fangfrischen Fisch. Riesige Langusten, Thunfisch Hai und scwertfisch und so weiter. Die Fiecher werden direkt am Markt geschuppt und ausgenommen und überall ist viel Krach und Palaver. Die Straßen sind überfüllt mit sich unterhaltenden sehr geschäftig einkaufenden Einheimischen und die Läden eine interessante Mischung aus europäischen/französischen Klamottenläden und allem möglichen Bedarfshandel. Warum so hektischer Betrieb war wurde mir dann um 13 Uhr klar. Innerhalb von ner guten Viertelstunde waren alle Straßen leer, alle Geschäfte geschlossen und die Märkte abgebaut. Mittagspause. Bis halb 4, die ganze Stadt. Ich hab übrigens einen Gitarrenladen gefunden allerdings war mir alles zu teuer. Die armen Insulaner beziehen praktisch alle Ihre Waren aus Frankreich was natürlich entsprechende Mehrkosten verursacht wenn Gitarren von amerikanischen Firmen nach Europa geschifft werden, dort verzollt und dann wieder in die, 500SM von Florida entfernte, Karibik gebracht werden. In Antigua gibt es auch ein Musikgeschäft vielleicht habe ich dort mehr Glück.
Seetag: Erkältung Tag , bis Nachmittags geschlafen, gequält gelächelt beim arbeiten und wieder ins Bett.
La Romana: Siehe gestern.
Seetag: Siehe gestern und vorgestern. Ich hasse St. Maarten mittlerweile. Abends streng verboten nen Mojito getrunken weil Rum desinfiziert, Minze gut ist bei Erkältung und Limette ja sowiso.
Grenada: Es hat gewirkt. Ich fühle mich wie ein junges Reh :-) Gott sei dank muss ich da sagen, einerseits weil Erkältung bekanntermaßen ja wirklich nichts taugt und zum andern weil ich sonst vermutlich noch Grenada verschlafen hätte. Und, das steht jetzt fest, das wäre ganz schön schlimm gewesen. Wir lagen nämlich vor Anker weil die verdammte Insel nur Platz für 3 Kreuzfahrschiffe hat und wir das vierte waren. So kam ich dafür in den Genuss zu tendern. Tendern bedeutet, dass alle Passagiere die an Land möchten mit Rettungsbooten dort hin gebracht werden. Das ist Lustig das, das macht Spaß. Grenada ist nebenbei auch noch eine wirklich tolle Insel. Die Hauptstadt ist um eine Hufeisenförmige Bucht angelegt und komplett im Kolonialstil erhalten. Grenada war schon immer eine Gewürzinsel und deckt z.B. heute 20% des weltweiten Muskatnuss Bedarf. Außerdem kommt die berühmte Grenadine hier her. Jedenfalls haben wir uns in eben diesen Hafen tendern lassen und sind von dort mit dem Wassertaxi zum Strand gefahren. Dort dann das Übliche, Sonne liegen, Blödsinn mit Wellen machen und so weiter. Später haben wir noch in nem echten kreolischen Restaurant gegessen. Sehr lecker. Mein Essen hieß "The Sizzler" und war vermutlich angebratener Tintenfisch. Dazu fritierter Kürbis, grüne Bananen, Reis mit Linsen und von den Kollegen Spareripps mit Honigmarinade.
Barbados: Das Übliche, Strand! Immernoch mein Favorit weil ewig lang, fast menschenleer und großartige Brandung. Wir haben uns in nem Angelladen Schnorchelausrüstungen gekauft und mal die Unterwasserwelt erkundet. Erstaunlich was da alles in unmittelbarer Strandnähe alles unterwegs ist! Die ersten Korallen hat man keine 20 Meter vom Strand weg und überall sind schon lauter lustige Fische. Nachdem wir alle keine Ahnung von diesen Fiechern haben gaben wir Ihnen einfach eigene Namen. Nasenfische, Kellnerkrabben und "Die Dicken" sind meine Lieblinge. Zur Erklärung: Nasenfische sehen aus wie Mini Schwerfische, ca. 30cm. lang, mit 15 cm Nase vorne dran. Später haben wir dann bei einem dieser Teile festgestellt, dass die Nase eigentlich ein Schnabel ist. Der Name bleibt aber. Kellnerkraben wohnen am Strand, graben Löcher in den Sand und werfen zu dem Zweck, nachdem sie sich seitwärts aus iIhrem Gang geschoben haben den Sand in hohem Bogen auf einen Haufen. Lassen sich herrlich ärgern. Die Dicken sind halt dick aber haben ne lustige Farbe. Später essen bei ner Art karibischem Mc Donalds. Nicht gut aber viel. Auf dem Rückweg mal noch festgestellt, dass wir direkt neben der Queen Marry 2 liegen was ich zwar vorher schon wusste aber beim zum Strand gehen vergessen habe zu kontrollieren. Definitiv das schönste Schiff das ich bislang gesehen habe. Also zumindest vergleichbarer Bauart. Sehr elegant, riesengroß und majestätisch eine echte Queen. Bilder folgen so weit möglich weil der Pott hermetisch abgeschirmt liegt und man sich nicht näher als 100 Meter nähern darf. Auch auf See nicht wovon ein riesiges Schild an der Seite zeugt. Was sie dann aber machen wenn man sich daran nicht hält steht nicht drunter. Ich tippe mal auf ein Warning.
St. Lucia: BOMB DRILL! Zu diesem Zweck werden auf dem Schiff Bombenattrappen versteckt die dann möglichst schnell gefunden werden müssen. 1,5 Stunden nach beginn der Übung wurde sie dann als erfolgreich abgeschlossen bezeichnet nachdem statt 4 versteckten Attrappen 7 gefunden wurden. Ob 1,5 Stunden jetzt ne gute Zeit ist möchte ich nicht kommentieren. Aufgrund der vorangeschrittenen Uhrzeit hat es heute nur für das Crewdeck gereicht. Braun wird man da auch und man muss keinen halben Strand aus der Kabine kehren.
Antigua: Wieder Drill diesmal aber nur der normale Crew Drill der jede Woche ist. Letzte Woche, diese Woche und vermutlich soalnge das Schiff im Dienst ist jede kommende Woche auch.
Seetag
La Romana - langweilig
Seetag: Heute 19.12. bislang keine Vorkommnisse
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